Das ist Führungsrhetorik! 2 Videobotschaften von 2 CEOs angesichts der aktuellen Krise. 

Zwei Männer, CEOs und Präsidenten ihrer jeweiligen Konzerne sprechen zu ihren Mitarbeitern, Partnern und Kunden. Beide angesichts der gewaltigen Krise mit ihren Herausforderungen.

Was macht eine Führungsrede zu einer richtig guten Rede?

Drei Dinge:

Zunächst eine fachlich kompetente und empathische Persönlichkeit mit innerer Autorität.
Sodann eine professionelle und ernsthafte Vorbereitung der Rede.
Schließlich der echte Wille, mit dieser Rede auch wirklich wirken, führen zu wollen.

Ich denke, beide Reden, die ich Ihnen heute zeige, erfüllen diese Kriterien. 

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Die Rede am Sarg seines besten Freundes. 

Aus dem Film Kleine Fälle aus der Serie Über Land

Erste Szene: Althammer Maximilian, Richter, verstorben mit 66. Begräbnis. Aufbahrungshalle.

Der Amtsrichter Hans Bachleitner kommt ein bißchen zu spät zum Begräbnis seines Kollegen Maximilian Althammer. Als er die Aufbahrungshalle des Friedhofs betritt, beginnt eine Dame gerade ihre Rede zum Gedenken des Toten:

Der verstorbene Richter Max Althammer war ein Kind unserer Stadt. Keine 500 Meter von hier ist er aufgewachsen. In einem wohlbehüteten Elternhaus, Schule und Gymnasium hier in diesem sehr münchnerischen Stadtviertel. Er war ein hellwacher Geist, ein brillianter Schüler, bei dem sich schon früh abzeichnete … 

Die Kamera schwenkt während dieser Worte immer wieder hinüber zum Richter Bachleitner, man merkt es ihm deutlich an, daß er das nicht aushalten kann, nicht ertragen kann, was diese Frau da so schön und brav vor sich hin sagt. Und tatsächlich, an dieser Stelle: 

Er war ein hellwacher Geist, ein brillianter Schüler, bei dem sich schon früh abzeichnete … 

… da packt er’s nimmer und stoppt die Trauerrednerin laut:

Mathe fünf, Latein vier bis fünf, Englisch bei vier abgewählt. Bevor da jetzt weita a Schmoarrn dazählt wird, würd‘ ich mich gern vom Max mit der Wahrheit verabschieden. 

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Saša Stanišić und wie aus einer Dankesrede eine Schimpfrede wurde.

Der Anlaß der Rede

Višegrad und Heidelberg, in den 1990ern. Ein Bosnier, der als Teenager vor dem Krieg in Bosnien nach Deutschland geflohen war, hat unglaublich gut gutes Deutsch gelernt. Er wurde sogar Dichter. Die faszinierende Lebensgeschichte eines Mannes. Er schildert sie in seinem autobiographischen Werk namens Herkunft.
Sein Name: Saša Stanišić.

Frankfurt am Main, 14. Oktober 2019. Für sein Buch Herkunft erhält Saša Stanišić den hochdotierten Deutschen Buchpreis 2019. Sie werden im Video unten die große Freude in seinem Gesicht sehen, als er seinen Namen gerufen hört. Was für ein Augenblick! Wer das sieht, kann gar nicht anders, als sich mitzufreuen.

Wie bei solchen Auszeichnungen üblich, geht der Ausgezeichnete nun auf die Bühne. Er läßt sich gratulieren und übernimmt die bedeutendste Urkunde, die er in seinem Leben je erhalten hat. Und dann tritt er ans Rednerpult. Es wird still im Saal. Und wir warten nun gespannt, was er wohl sagen wird.

Bevor Sie weiterlesen, sehen und hören Sie bitte die Rede. Sie beginnt bei Min. 3:15.

Wenn Sie mitlesen möchten: Hier ist das Transkript seiner Rede (PDF).

Wichtiger Hinweis für meine neuen Leser: Reden werden hier nie aus weltanschaulichen, sondern ausschließlich aus rhetorischen Gründen vorgestellt.

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